
Nach zweieinhalb Jahren intensiver Zusammenarbeit ist das Forschungsprojekt Factory-X erfolgreich abgeschlossen. Gemeinsam mit 46 weiteren Konsortialpartnern sowie zehn assoziierten Partnern aus Industrie, Mittelstand, Forschung und Verbänden hat die SmartFactory-KL dazu beigetragen, die Grundlage für einen offenen, sicheren und interoperablen Datenraum für die industrielle Produktion zu schaffen. Das Abschlussevent am 17. und 18. Juni 2026 in Berlin legte den Grundstein für den Übergang von der Projektphase hin zur operativen Nutzung der entwickelten Lösungen.
Als Leuchtturmprojekt der Initiative Manufacturing-X zeigt Factory-X, wie Unternehmen Daten souverän und standardisiert austauschen können, ohne die Kontrolle über ihre Daten zu verlieren. Damit entstehen neue Möglichkeiten für die Zusammenarbeit entlang industrieller Wertschöpfungsketten, für datenbasierte Geschäftsmodelle und für den Einsatz Künstlicher Intelligenz in der Produktion.
SmartFactory-KL entwickelt praxisnahe Anwendungsfälle
Die SmartFactory-KL brachte ihre langjährige Expertise im Bereich vernetzter Produktionssysteme und interoperabler Industrie-4.0-Architekturen insbesondere in den beiden Anwendungsfällen Manufacturing as a Service und Autonomous Operations as a Service ein.
Im Use Case Manufacturing as a Service wurde untersucht, wie Fertigungskapazitäten über Unternehmensgrenzen hinweg flexibel und datenraumgestützt bereitgestellt und genutzt werden können. Ziel ist es, Produktionsressourcen einfacher zu teilen und dadurch Auslastung, Flexibilität und Resilienz in industriellen Netzwerken zu erhöhen.
Im Anwendungsfall Autonomous Operations as a Service arbeitete die SmartFactory-KL daran, ungenutzte Produktionskapazitäten und Stillstände durch z.B. Fehler im Prozess zu reduzieren und damit die Effizienz der Produktion zu erhöhen. Dafür wurden daten-getriebene Service entwickelt, die es ermöglichen, auch remote (also ohne Werker vor Ort) Maschinen entstören zu können bzw. sogar autonom entstören zu können mithilfe standardisierter Kontextinformationen.
Offene Standards als Basis für industrielle Datenräume
Ein zentrales Projektergebnis ist der MX-Port, eine branchenübergreifend nutzbare Integrationsarchitektur für den sicheren und standardisierten Austausch industrieller Daten vom Shopfloor bis in den Datenraum. Gemeinsam mit elf prototypisch umgesetzten und validierten Use Cases zeigt Factory-X, dass föderative Datenräume nicht nur entlang von Lieferketten, sondern auch direkt auf dem Shopfloor konkrete Mehrwerte schaffen.
Für die SmartFactory-KL bestätigt das Projekt einmal mehr die Bedeutung offener Standards, interoperabler Schnittstellen und souveräner Datenräume als Grundlage einer zukunftsfähigen Produktion. Qualitativ hochwertige und kontextualisierte Daten sind die Voraussetzung für den erfolgreichen Einsatz industrieller KI sowie für neue digitale Services und Geschäftsmodelle.
Projektergebnisse stehen als Open Source zur Verfügung
Ein wichtiger Bestandteil von Factory-X ist der Open-Source-Gedanke. Es ist angedacht, die im Projekt entwickelten Softwarekomponenten auf GitHub sowie über die Tractus-X-Plattform zu veröffentlichen und sie so Unternehmen und Entwicklern für die Weiterentwicklung und den praktischen Einsatz zur Verfügung zu stellen.
Blick nach vorn
Mit dem Abschluss des Konsortialprojekts endet die Zusammenarbeit nicht. Geplant ist, die erarbeiteten Konzepte und technischen Lösungen im Rahmen von Manufacturing-X weiterzuentwickeln und in industrielle Anwendungen zu überführen. Ziel ist es, die internationale Nutzung interoperabler Datenräume weiter auszubauen und den Einsatz datengetriebener Anwendungen in der Industrie zu beschleunigen.
Die SmartFactory-KL wird sich auch künftig dafür einsetzen, diesen Weg aktiv mitzugestalten und ihre Expertise in den Bereichen Industrie 4.0, Datenräume und interoperable Produktionssysteme in die Weiterentwicklung der Manufacturing-X-Initiative einzubringen.
Weitere Infos zum Projekt: https://factory-x.org/de/

