Produktionsinsel_PHUKET

SmartFactory-KL und Empolis erproben Wissensmanagementsystem in der Produktion

Wie kann man die Inbetriebnahme von Sondermaschinen vereinfachen, Fehler automatisiert beheben und so Rüst-, Inbetriebnahme- und Stillstandszeiten deutlich verkürzen? Dieser Frage haben wir uns im Rahmen unseres Forschungsprojekts Factory-X zusammen mit unserem Industriepartner Empolis Information Management GmbH gewidmet. Das Ergebnis ist in unserer Modellfabrik an der Produktionsinsel_PHUKET zu bestaunen.

Wissen ist in vielen Unternehmen oft nur sehr dezentral verfügbar. Das bedeutet, meistens nur in den Köpfen einiger weniger, erfahrener Mitarbeitender. Doch was passiert in der Produktion, wenn diese Personen plötzlich krankheitsbedingt ausfallen oder aus dem Unternehmen ausscheiden? Die Gefahr von teuren Ausfällen für das Unternehmen ist groß. Dabei gibt es eine einfache Lösung: digitale Tools nutzen, um das Wissen für alle Mitarbeitenden abrufbar und verständlich zu speichern.

Es gilt natürlich einige Voraussetzungen zu erfüllen: man muss die richtigen Tools nutzen und die Daten müssen in digitaler Form vorliegen. Wie solch eine Lösung konkret aussehen kann, haben wir zusammen mit dem Unternehmen Empolis, einem langjährigen Mitglied unserer Community, in unserer Modellfabrik erprobt. Die Produktionsinsel_PHUKET steht dabei stellvertretend für eine Sondermaschine, deren Inbetriebnahme und Wartung einzigartig ist und wofür es keine Anleitung von der Stange oder Blaupause gibt.

„Es war wunderbar zu sehen, wie schnell und unkompliziert das Wissensmanagementsystem in diesem Projekt realisiert werden konnte. Dabei war es nicht nur die gute Zusammenarbeit, welche die Umsetzung vorantrieb, sondern auch die Begeisterung der Mitarbeitenden, die schon im Aufbau die Vorzüge des Systems für sich und die Zukunft erkannt haben.“

Maximilian Tischer, Empolis

Gemeinsam mit den Entwicklern von Empolis ist unser Projektteam folgendermaßen vorgegangen: es hat zunächst alle möglichen Daten, wie _PHUKET in Betrieb genommen werden kann und was bei Fehlern zu tun ist, gesammelt und aufbereitet. Die Daten bestehen aus unstrukturierten Textdokumenten mit Anleitungen, Videos, PDFs und Markdowns. Das hauseigene Wissensmanagementsystem von Empolis kann nun diese unstrukturierten Daten verarbeiten und in Form von Wissensgraphen aufbereiten und bei Bedarf für den Nutzer heraussuchen. Dadurch können Beziehungen zwischen losen Daten hergestellt und miteinander verknüpft werden.

Unter der Nutzung von Language Models ist das KI-System damit in der Lage, den Mitarbeitenden menschengerechte Kommunikation zu ermöglichen. Über eine einfache Benutzeroberfläche, auch in Form eines Chatbots, kann der Nutzer nun auf die Daten zugreifen, beispielsweise, in dem er Fragen zur Inbetriebnahme oder möglichen Fehlermeldungen stellt. Das System durchsucht im Hintergrund die Daten nach den benötigten Infos und stellt sie dem Nutzer in natürlicher Sprache zur Verfügung. Dabei kann aus den Daten auch eine Schritt-für-Schritt-Anleitungen erstellt werden, was möglichst wenig Spielraum für Missverständnisse lässt.  So ist das System am Ende für jeden Mitarbeitenden nutzbar, auch wenn er nicht an der speziellen Maschine geschult ist.

Und genau das ist der entscheidende Vorteil der Lösung: auch Nicht-Fachkräfte können so die Maschine bedienen, warten und Fehler beheben. Das wirkt dem Fachkräftemangel entgegen und beugt Ausfällen vor. So zeigt sich einmal mehr, wie nützlich Assistenzsysteme sein können und wie gut sie den Menschen in der Produktion unterstützen. Ein solches System zum Laufen zu bringen, geht schneller, als man vielleicht annehmen würde: das beschriebene Projekt hat nur wenige Wochen gedauert. Es dient als absoluter Vorzeige-Use-Case, wie ein lästiges Thema wie Wissensablage digitalisiert und automatisiert werden kann. Ein Wissensmanagementsystem eignet sich hervorragend für alle Unternehmen, die dem drohenden Wissensverlust entgegenwirken wollen.

„Das Projekt mit Empolis hat gezeigt, wie einfach es sein kann, ein digitales Wissensmanagementsystem in einem Unternehmen einzurichten. Ohne unsere Modellfabrik als Testumgebung sähe das natürlich anders aus. Die Vorteile der SF-Community liegen ganz klar auf der Hand!“

Simon JungbluthSimon Jungbluth, SmartFactory-KL

Im Projekt mit Empolis hat Empolis die Software geliefert und die Forscher und Forscherinnen der SFKL das benötigte Wissen und den Zugang zu allerneusten Forschungsergebnissen. Auch Sie können in der Modellfabrik der SmartFactory-KL als Teil unserer Community Ihre Produkte erproben und zusammen mit uns weiterentwickeln. Gemeinsam können wir erarbeiten, wie die Zukunft der Produktion aussehen wird.

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